Stadtgeschichte (1)

im.gif

Jahre 776 wurde das heutige Rudolstadt als "Rudolfestat" erstmals urkundlich als Schenkung Karls des Großen an das Kloster Hersfeld erwähnt. Der damals verwendete Name "Rudolfestat" läßt auf einen germanischen Machthaber Rudolf schließen, der für die Namensgebung verantwortlich war. Der Bestandteil "stat" hat dabei nichts mit dem späteren Rechtsbegriff "Stadt" zu tun, sondern steht für Siedlungs-Stätte, die hier von einem Rudolf gegründet wurde.

Die eigentlichen Anfänge dieser Siedlung liegen, soweit es schriftliche Zeugnisse betrifft, im Dunkeln. Aus Gräberfunden, die im Jahre 1907 in der Brückengasse gemacht worden sind, kann man entnehmen, dass etwa ab dem Jahre 500 am Eintritt des Rinnetals in das Saaletal Slawen gelebt haben müssen. Weitere Funde belegen, dass zu genannter Zeit in der näheren Umgebung Rudolstadts - auf beiden Seiten der Saale - Slawen ansässig gewesen sind.

Anfang des 13. Jahrhunderts befand sich Rudolstadt im Besitz der Grafen von Orlamünde, von denen es um 1300 teilweise, 1334 ganz an die Grafen von Schwarzburg überging. Zwischen 1264 und 1334 sind in Rudolstadt urkundlich zwei Burgen nachzuweisen. Eine von ihnen, die untere, stand vermutlich im Bereich der heutigen Ludwigsburg, die zweite stand auf der Schloßterasse, wo sich heute das Schallhaus befindet.

Im Gebiet der Rudolstädter Altstadt befand sich eine, dem heiligen Andreas geweihte Pfarrkirche, aus der die heutige Stadtkirche durch Erweiterungsbauten hervorgegangen ist. Zusammen mit der Pfarrkirche von Orlamünde gehört sie zur zweitältesten Schicht der westlich der Saale gelegenen Urpfarreien, deren Gründung auf Bonifatius und seine Mitstreiter, also in die Zeit zwischen 719 und dem 9. Jahrhundert, zurückgeht. Urkundlich wird ein an ihr wirkender Pfarrer Heinrich erstmalig 1217 erwähnt. Mit seinen Frühmessern und Vikaren hatte ihr Hauptgeistlicher bis zur Reformation gleichzeitig die Kirchen zu Volkstedt, Eschdorf, Pflanzwirbach, Geitersdorf, Ammelstädt, sowie in den Wüstungen Hopfgarten (bei Teichröda) und Redewitz (zwischen Rudolstadt und Unterhasel), von 1459/68 ab auch Cumbach und die 1484 gestiftete Hospitalkapelle St. Lazari zu betreuen. Auch zu den 1435 in der nun so genannten Pflege Rudolstadt bestehenden Pfarreien Teichel ("Tuchelde"), Teichröda ("Techreden"), Kirchhasel ("Hasela") und Eichfeld ("Eychinfelt") scheint Rudolstadt ursprünglich im Verhältnis einer Mutterpfarrei gestanden zu haben.

1 2 3 4 5