Brunnenführung PDF Drucken E-Mail

W a s s e r – wie fließt es zu unseren Brunnen

Wasser als Quell des Lebens war schon immer ein kostbares Gut. Daher haben die Grafen von Schwarzburg dem Wasser auf Schloss Heidecksburg eine besondere Bedeutung eingeräumt. Neben dem „Tiefen Brunnen„ im Nordflügel der Heidecksburg, der bis auf das Niveau der Saale reicht, wurde das Regenwasser in Zisternen gesammelt. Diese Wassermengen waren gering und besonders in trockenen Jahren war oft nicht genug Wasser vorhanden. Deshalb wurde in der näheren Umgebung nach Quellen gesucht.

Eine Quelle mit reichlich Wasser lag in Mörla, aber nicht auf dem Gebiet der Grafschaft. So mussten mit den Bürgern von Mörla gesonderte Vereinbarungen getroffen werden, um dieses Wasser für die Burg nutzen zu können. Unterlagen in Archiven belegen, dass bereits 1529 das Quellwasser aus Mörla zum Schloss geleitet wurde.

Von 1669 bis 1671 wurde auf Beschluss des Bürgermeisters mit den Bürgern eine Quelle bei Schaala gefunden und mittels Rohrleitung zur Stadt geführt. Diese Leitung existiert heute noch und speist die meisten Brunnen in der Stadt.

Ab 1717 wurde die Pörzquelle bei Eichfeld für die Heidecksburg erschlossen. Das nicht benötigte Wasser wurde an Laufbrunnen für die Bürger der Stadt abgegeben. Im Jahre 1886 erfolgte der komplette Anschluss der Stadt an das Trink- und Abwassersystem. Von diesem Zeitpunkt an sind viele Pump- und Schöpfbrunnen in Vergessenheit geraten. Ein Pumpbrunnen der Vergangenheit befindet sich noch heute in einem denkmalgeschützten Haus in der Altstadt von Rudolstadt.

Die wichtigsten Rudolstädter Brunnen sind:

Schloss Heidecksburg
Tiefer Brunnen: Ältester Brunnen als Schöpfbrunnen mit 60 m Tiefe

Der Schöne Brunnen, im Nordflügel der Heidecksburg 1868 erbaut, anstelle hölzerner Brunnentröge

Pegasusbrunnen unterhalb des Schlossturmes 1796 von Döll geschaffen

Am Fuße des Schlossberges
Schlossaufgang I gegenüber der „Strickschule“ Um 1717 entstanden, Laufbrunnen mit rechteckigem Becken und Stufen aus Sandstein sowie gusseiserner Brunnenröhre

Schlossaufgang II in unmittelbarer Nähe des Handwerkerhofes Gegen 1822 geschaffen als rechteckiger Eisenbrunnen – in der Nähe des Einganges zum Handwerkerhof in der Stiftsgasse 1993 grundhaft restauriert und instandgesetzt

Schlossaufgang VI - uralter Fahrweg zum Schloss Vor 1797 als sechseckiger Sandsteinbrunnen mit Mittelsäule erbaut. Im März 1995 wurde die Sanierung abgeschlossen.

Schulplatz Malzhausbrunnen
Im Rahmen der Instandsetzung des Platzes wieder entdeckt. 1465 bereits erwähnt, aber in Vergessenheit geraten. War ein Ziehbrunnen mit langer Kette und 2 Eimern. In Erinnerung an das ehemalige Malzhaus und den alten Brunnen, wurde ein neuer Sandsteinbrunnen gebaut. Zum „Tanz- und Folk Fest“ im Juli 2002 zur Nutzung übergeben.
Marktbrunnen Im Jahre 1859 zum 100. Geburtstag von F. v. Schiller fertiggestellt, der Entwurf stammt von Junot – Stiefsohn der Caroline von Schiller – Tochter Schillers
Güntherbrunnen Zum 50. Thronjubiläum von Fürst Friedrich Günther erbaut
Gerichtsgebäude
Marktstrasse, rechteckiger Sandsteinbrunnen mit einer Krug ausgießenden Frauenfigur.

Neumarkt, kleiner Laufbrunnen aus Sandstein.

Marktstraße Mit dem 2005 erfolgtem Umbau der Fußgängerzone wurden zwei neue Brunnen geschaffen.
Einer in Höhe Freiligrathstraße, der andere im unteren Teil der Marktstraße (zwischen Nr. 7 und 14)
Platz der Opfer des Faschismus Um 1898 als Springbrunnen in der Parkanlage der Opfer des Faschismus vor dem Bahnhof erbaut
Große Allee Vor dem Erweiterungsbau der Sparkasse ist eine Sitzgelegenheit als Ruhepol mit einem Brunnen eingebaut.
Oststraße Vor der „Unteren Mühle“ zwischen Ochsenhof und Wüstebach ein Steinbrunnen mit altem Mahlstein, z.Zt. trocken gelegt.

Im Stadtgebiet befinden sich weitere Laufbrunnen ( Schlossstrasse, gegenüber der Lutherkirche und im Bereich Bayreuther Platz ) sowie stillgelegte Brunnen ( Lengefeldstraße ).

Günther Hille
Stadtführer

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. Februar 2007 um 12:08 Uhr