Schiller und Rudolstadt PDF Drucken E-Mail

Die Beziehungen Friedrich Schillers zu Rudolstadt

schiller_1.gif

Rudolstadt gehört ohne Zweifel zu den Orten, die im Leben Friedrich Schillers ein große Bedeutung hatten. In Rudolstadt fand er in Charlotte von Lengefeld die Gefährtin seines Lebens, hier kam es - durch Lotte herbeigeführt - zur ersten Begegnung mit Goethe, hier verlebte er seinen „Rudolstädter Sommer“.

Die Übersiedlung des Dichters im Mai 1788 zunächst in die ländliche Stille des damaligen Dörfchens Volkstedt, dann nach der Stadt Rudolstadt, bedeutete einen Wendepunkt in seinem Leben. Schiller fühlte das selbst. Am 20. Oktober jenes Jahres schrieb er an seinen Freund Christian Gottfried Körner: „Mein hiesiger Aufenthalt neigt sich zu Ende; Er hat mir viel angenehme Stunden verschafft, und, was das beste ist, er hat mich mir selbst wieder zurückgegeben und überhaupt einen wohltätigen Einfluß auf mein inneres Wesen gehabt“.

In Rudolstadt hat sich Schiller sehr wohl gefühlt. „Ich liebe die Saale wie der Inder seinen Ganges. Die Gegend ist außerordentlich schön; ich bin sehr überrascht worden! Das war sein Urteil über Rudolstadts Landschaft, ebenfalls in einem Brief an Körner niedergeschrieben. Den von Rudolstadt abwesenden Freund bemitleidet Charlotte von Lengefeld: „Es tut mir weh, daß Sie vielleicht heute die tote Gegend von Weimar überschauten, wie ist dagegen bei uns so lachend! Und wieder schreibt sie ihm: „Wenn es so liebliches Wetter ist wie heute, so bedaure ich Sie immer, daß Sie in den traurigen Bergen von Weimar sich herumtreiben müssen. Bei uns ist die Natur doch recht freigiebig. Wenn man so unser Tal sieht, dies macht einen wohltätigen Eindruck. Schiller gibt dem Mädchen recht und bekennt ihm gleiche Gedanken: „Sie können sich nicht mehr nach Ihren Bäumen und schönen Bergen sehnen als ich - und vollends nach denen in Rudolstadt, wohin ich mich jetzt in meinen glücklichsten Augenblicken im Traum versetze. Eine schöne Natur wirkt auf uns wie eine schöne Melodie.

 

 

Die Aufenthalte Friedrich Schillers in Rudolstadt...

Quelle:
Rudolstädter Heimathefte; Friedrich Schiller und Rudolstadt (1959); Autor: Heinz Deubler

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Februar 2007 um 20:52 Uhr